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Rezension: Dylan & Gray

Posted by admin on März - 4 - 2013


Dylan & Gray von Katie Kacvinsky
240 Seiten (Hardover)
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3414820792
12,99€




Sie liebt ihre Freiheit und streift mit offenen Augen umher. Er ist gefangen in seiner eignen kleinen Welt. Als Dylan und Gray auf einander treffen, scheinen sie zunächst nichts gemeinsam zu haben: das lebensfrohe und etwas verrückte Mädchen und der stille, zurückgezogene Junge. Doch mit ihrer direkten Art trampelt Dylan mitten hinein in Grays Leben und schleicht sich auch langsam in sein Herz. Aber Dylan ist nur für die Sommerferien in der Stadt und beiden ist von Anfang an bewusst, dass sie auf ein unausweichliches Ende zusteuern. Macht eine solche Beziehung überhaupt einen Sinn?



Katie Kacvinsky ist bereits mit ihrer dystopisch angehauchten „Maddie Freeman“-Reihe vielen Lesern ein Begriff. In „Dlyan & Gray“ wagt sie sich nun auf ein weniger futuristisches Gebiet und schreibt eine Liebesgeschichte. Bodenständig ist dennoch anders.

Die Charaktere in diesem überraschenden Jugendbuch nehmen einen von Anfang an gefangen. Gray hält Dylan für leicht verrückt – und auch wenn sie das nicht ist, so stolpert sie dem Leser doch gleich auf ihre unnachahmlich außergewöhnliche Art entgegen. Denn sie liegt auf dem Boden und fotografiert konzentriert das Pflaster des Campus, an dem Gray Unterricht hat. Schnell erfährt man mehr über das Mädchen mit den auffällig unkonventionellen Anziehsachen und muss sie einfach mögen. Selten habe ich ein Buch entdeckt, in dem die Protagonistin nicht bloß eine Figur ist, die von der Handlung bestimmt wird, sondern die die Handlung selber bestimmt.

Dylan ist immer auf der Suche nach Abenteuern, nach den außergewöhnlichen Dingen, die viele Menschen im Leben einfach übersehen. Rastlos bewegt sie sich daher umher und sucht nach neuen Erfahrungen, neuen Inspirationen, neuen Herausforderungen.

Gray hingegen ist nicht gleich so offen. Weder sein tatsächlicher Charakter, noch die Hintergründe zu seiner Person erschließen sich einem sofort. Stattdessen wirkt der junge Mann verschlossen, enttäuscht und zurückgezogen. Das ‚Warum‘ muss der Leser ganz allmählich und langsam gemeinsam mit Dylan erst entdecken.

Was mich nun so unheimlich an dieser Liebesgeschichte begeistert hat ist, dass sie nicht bloß eine rosarote Kitschromanze ist. Es geht zwar darum, wie Dylan und Gray sich in einander verlieben und ohne Zweifel stellt die Liebesgeschichte das Augenmerk der Geschichte, doch kann man so viele Kleinigkeiten zwischen den Zeilen entdecken, dass das Lesen eine wahre Freude ist.
Zum einen wäre da Dylans Tatendrang und die pure Lebensfreude, die ihre Einstellung versprüht. Aus der gewöhnlichsten Situation versteht sie es ein außergewöhnliches Ereignis zu machen. Ihr Dickkopf, ihre Spontanität und ihre Ruhelosigkeit sind ansteckend. So sehr, dass man selber zeitweise gar nicht entscheiden kann, ob man gerade das Buch weiter lesen oder lieber vor die Tür gehen und etwas Verrücktes tun möchte. So viel sei verraten: Das Lesen gewinnt dann doch – so schön und mitreißend, wie die Geschichte geschrieben ist.

Auf der anderen Seite berühren die Hintergründe von Dylan und Gray sehr. Beide gehen das Leben auf unterschiedlichem Wege an, haben jedoch zumindest in einem Punkt ein ähnliches Problem: suchen sie doch nach etwas, an dem sie sich festhalten können. Es ist faszinierend zu lesen, wie viel Tiefe Katie Kacvinsky ihren beiden Protagonisten gegeben hat. Denn ohne dies wäre das Buch tatsächlich nur eine oberflächliche Liebesgeschichte, so aber reflektiert sie noch viele Themen mehr: Trauer, Einsamkeit, Angst. Ohne, dass der Leser etwas davon merkt, bekommt er neben der nett zu lesenden Geschichte also noch ein wenig mehr mit auf den Weg, als er vielleicht erwartet hat.

Fazit: Bis auf das doch überstürzte Ende ist „Dylan & Gray“ eine Liebesgeschichte, die durch überraschende Tiefe und erfrischende Charaktere einige schöne Lesestunden garantiert.

In Sternen:

One Response so far.

  1. Saskia sagt:

    Kann dir voll und ganz zustimmen. Ich hatte eigentlich mit einer eher seichten Liebesgeschichte gerechnet, aber ich wurde positiv überrascht. Das Ende kam wahrscheinlich nur so abrupt, weil es noch zwei weitere Bücher gibt.


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