
We hear the dead von Dianne K. Salerni
422 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Sourcebooks Inc
Sprache: Englisch
ISBN: 978-1402230929
7,99€
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Was als harmloser Streich beginnt, verändert das Leben der beiden Schwestern grundsätzlich.
Maggie und Kate Fox, zwei Nachzügler in einer großen Familie, leben Mitte des 19. Jahrhunderts mit ihren Eltern in einem Mietshaus, als sich ihre ungeliebte Nichte zu Besuch ankündigt. In ihrem Zimmer ist es sowieso schon eng und die 14- und 11-Jährigen wollen nicht noch für eine weitere Person Platz in ihrem Zimmer machen. Deshalb ist der Plan schnell gefasst: Die Nicht muss wieder abreisen und am besten bewerkstelligt man das unauffällig, indem man ihr einen Streich spielt. Kate und Maggie erfinden einen ruhelosen Geist, der mit klopfenden Geräuschen auf sich aufmerksam macht. Nur haben sie nicht damit gerechnet, dass ihre Nicht zu ihren Eltern läuft und davon erzählt. Im Eifer des Gefechts spielen sie auch denen etwas vor und ehe sie sich versehen, glaubt ihnen zuerst das ganze Dorf und bald schon ganz England. Die Fox-Schwestern werden berühmt für ihre Geistersitzungen und während die Jahre ins Land ziehen, reisen sie durch England und bauen sich einen Ruf als Medien auf. Doch während die jüngere Kate ganz in ihrer Rolle aufgeht und immer raffiniertere Tricks entwickelt, verliebt Maggie sich in einen Arzt mit einem unstillbaren Abenteuerdrang. Wie lange können die beiden ihr Lügenkonstrukt noch aufrechterhalten? Und soll ein harmloser Streich aus Kindertagen wirklich den Rest ihres Lebens bestimmen?

„We hear the dead“ ist ein überraschendes Buch, das zum Lachen und auch zum Weinen bringt. Eine vielschichtige Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht.
Zuallererst ist man sofort gefangen von der Geschichte der Schwestern, weil man sie bereits als Kinder kennenlernt. Ihre Streiche und unüberlegten Handlungen, bringen den Leser oft zum Schmunzeln und packen die eigenen Erinnerungen an die Kindheit beim Schopf. Doch schon da wird deutlich, wie unterschiedlich Kate und Maggie sind. Beide erhalten einen eigenen Charakter, der sich über die Jahre formt und verfestigt. Dianne K. Salerni schafft zwei Protagonistinnen, die man trotz ihrer Ecken und Kanten ins Herz schließt. Besonders Maggie, die eindeutig die Hauptperson der Erzählung darstellt, fasziniert mit ihren widerstreitenden Gefühlen. Sie tritt gerne als Medium auf und hilft den Menschen, die aus Trauer zu ihr kommen und geliebte Verstorbene kontaktieren möchten, doch geht sie nie mit echter Leidenschaft an den Beruf oder glaubt, so wie ihre Schwester, gar tatsächlich an die Geister und Seelen, mit denen sie kommuniziert. Als sie dann auf Elisha trifft und sich Hals über Kopf in ihn verliebt, streiten ihre Vernunft, ihr Loyalität zu ihrer Schwester und ihr schlechtes Gewissen stärker miteinander denn je. Und als Leser ist man an diesen ganzen Entwicklungen beteiligt, verfolgt ihre Gedanken und Erlebnisse mit Spannung.
Umso überraschter dürfte man sein, dass sich die heitere und leichte Erzählung vom Anfang schleichend in eine Liebesgeschichte verwandelt. Noch dazu in eine Tragische. Tatsächlich muss man hier und da ein Auge zudrücken können wenn die junge Liebe ein wenig entrückt und weltfremd wirkt. Immer im Hinterkopf zu haben, dass die Geschichte jedoch im 19. Jahrhundert spielt und zudem auf wahren Begebenheiten beruht, vereinfacht dies allerdings deutlich.
Daher fällt es mir auch schwer etwas anderes zu diesem Buch zu sagen als dass es toll ist. Historische Fiktion, die das ganze Spektrum des menschlichen Miteinanders erfasst. Es geht um Lügen und Aufrichtigkeit, Stärke und Schwäche, das Erwachsenwerden und nicht zuletzt auch um Liebe und Loyalität. Viel mehr möchte ich gar nicht über den Inhalt erzählen, denn das würde sicherlich einige Überraschungen nehmen. Und „We hear the dead“ ist ein kunterbuntes Knallbonbon voller Überraschungen.
Einzig das Nachwort sollte man sich vielleicht schenken, wenn man das Buch in durchweg positiver Erinnerung behalten möchte. Es bringt einen oft zum Lachen, zum Schwärmen, Träumen und Mitfiebern. Und das Nachwort könnte dann für das eine oder andere Tränchen sorgen.
Letztendlich bleibt einem eins in Erinnerung: Dianne K. Salerni hat ein unterhaltsames und faszinierendes Buch geschrieben, dass einem das Schicksal zweier Schwestern näher bringt, die vor knapp 120 Jahren gelebt haben und die ein Leben führten, dass aufregender und dramatischer kaum hätte sein können. Für Fans von historischen Romanen und viel mehr noch von berührenden Schicksalen ein absolutes Muss.
In Sternen: ![]()
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Zusatzinfo: Die Wikipedia-Seite zu den Fox Schwestern.









Du wurdest getaggt!
http://streifen-zebra.blogspot.de/2012/06/alarmstufe-rot-ich-wurde-getaggt.html
Von dem Buch habe ich noch nie gehört – aber hey, es klingt echt gut! Das wandert sofort auf meine Wunschliste! Und das Cover ist auch toll! Hat die Autorin denn schon mehrere Bücher geschrieben?
Viele Grüße!
Ich kannte es vorher auch gar nicht und hatte es mir aufgrund des nett aussehenden Covers auf den Wunschzettel gepackt ohne den Inhalt zu kennen. Ich dachte sogar, dass es sich um ein Fantasybuch handelt
Nun wurd ich eines Besseren belehrt und bin trotzdem hin und weg von dem Buch. Wirklich interessant und schön geschrieben. Aber so weit ich weiß, war das bis jetzt das erste und einzige Buch der Autorin.