
The Goddess Test von Aimée Carter
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1936 KB
298 Seiten (Printausgabe)
Sprache: Englisch
![]()
Auf den ersten Blick hat Eden nicht viel zu bieten. Ein winziges Örtchen in Michigan, ein verschlafenes Nest. Doch es ist der Heimatort von Kates schwerkranker Mutter und als der Krebs sie endgültig im Griff hat, zieht Kate breitwillig für die letzten Wochen oder Monate mit ihr dorthin.
Zumindest die Schule scheint dort nicht anders zu sein als in New York: auch hier finden sich die typischen Cliquen. Kate hat es als „die Neue“ sowieso nicht leicht und dann schaut sie der Freund eines beliebten Mädchens auch noch ein wenig zu lange an. Schon steht die Erzrivalin fest: Ava will Kate gleich zu Anfang in ihre Schranken weisen.
Doch diese Probleme erscheinen winzig im Vergleich zu dem, was Kate als nächstes wiederfährt. Als ein Mädchen einen tödlichen Unfall hat und Kate die einzige Zeugin ist, taucht der mysteriöse Henry wie aus dem Nichts auf und bietet ihr einen Deal an: Das Mädchen wird wieder leben, wenn sie dafür bereit ist 6 Monate des Jahres bei ihm zu verbringen. Denn er ist Hades, Gott der Unterwelt, und auf der Suche nach einer Begleiterin. Und nichts Geringeres als die Unsterblichkeit könnte Kate gewinnen wenn sie sich darauf einlässt sieben Tests unter seiner Obhut zu bestehen. Wäre da nicht das winzige Problem, dass in den letzten Jahrhunderten alle Anwärterinnen auf den Platz an Henrys Seite ermordet wurden…

„The Goddess Test“ klingt nach einem atemberaubend spannenden Buch, das Mystik und Gegenwart vereint. Doch den Nervenkitzel sucht man leider vergeblich.
Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich das Buch zu Anfang fantastisch fand. Es liest sich durchaus fesselnd und der peppige Spruch auf dem Cover („Become immortal or die trying“) treibt einen vorwärts – will man doch wissen welche gefährlichen Tests auf Kate warten. Leider landet man als Leser aber schnell an dem Punkt, an dem sich nur noch eine Frage stellen lässt: Wo ist die Handlung hin?
Viele Ungereimtheiten nehmen einem in Nachhinein die Freude am Buch. Allen voran sind das die durchweg eher farblosen Charaktere. Kate selber lernt man als ein Mädchen kennen, das ihre Mutter sehr liebt und sich mit der Zukunft ohne sie überfordert sieht. Es ist nur allzu verständlich, dass sie äußerst widerwillig wenige Stunden ihres Tages opfern möchte um auf eine Schulparty zu gehen und dabei die ihr gebliebene Zeit mit ihrer Mutter verschwendet. Umso verdutzter liest man dann, dass sie bereitwillig bei Henry einzieht um sich den Tests zu unterziehen.
Ebenso unglaubwürdig erscheint die Tatsache, dass Kate zu Anfang nicht daran glaubt, dass Henry wirklich Hades ist. Als Leser fragt man sich dann, warum sie bei ihm einzieht. Mir kommt es merkwürdig vor, dass ein Mädchen bei einem ihr vollkommen fremden Mann für ein halbes Jahr einzieht und das, obwohl sie nicht einmal daran glaub, dass er ein Gott ist, sondern sich einfach nur über das Angebot wundert.
Leider ist auch das noch nicht alles. Denn, wie natürlich zu erwarten, entspinnt sich auch eine leichte Liebesgeschichte zwischen Henry und Kate. Wenigstens geschieht dies nicht übereilt – doch nachvollziehbar ist es dennoch nicht. Aimee Carter macht es sich relativ einfach damit, dass sie immer wieder beschreibt wie gut Henry aussieht und uns dann plötzlich mit dem Satz konfrontiert, dass Kate sich jeden Tag mehr in ihn verliebt. Aber warum? Vermutlich erscheint einem das beim Lesen so weit hergeholt, weil man auch nach über der Hälfte des Buches nicht das Gefühl hat die Protagonisten zu kennen und zu verstehen. Sie sind so farblos und ohne jeden Wiedererkennungswert gezeichnet, dass sie austauschbar und flach wirken. Mir fällt bis jetzt kein einziges Charaktermerkmal von Kate oder Henry ein, das begründen könnte warum sie sich in ihn verliebt. Oder überhaupt irgendetwas von dem ich sagen würde, dass es für diese Charaktere „typisch“ wäre.
Und nicht zuletzt ist der Verlauf der Geschichte sehr ernüchternd und zeigt mal wieder ein typisches Beispiel von „Das Cover und der Werbetext sind spannender als das Buch selber.“ Denn auf gefährliche und spannende Test, die Kate bestehen muss, wartet man vergeblich. Auch auf den Handlungsstrang, dass ein Mörder hinter ihr her sein könnte. Weder das Eine, noch das Andere werden überhaupt richtig thematisiert und die Tests geschehen ohne das Wissen von Kate und vom Leser. Tatsächlich bestehen 90% der Handlung aus Kates ganz normalem Alltag in Henrys Haus. Sie diskutiert ewig über Kleider, die sie tragen soll, geht sich neue Anziehsachen aussuchen, geht spazieren, unterhält sich mit anderen Leuten, trifft ab und zu auf Henry (der ihr gegenüber dann abweisend ist) und schläft ziemlich viel weil sie in ihren Träumen mit ihrer Mutter sprechen kann.
Zwar ist das alles nicht unbedingt langweilig zu lesen und man findet sich in diesen Alltagstrott doch ganz gut ein, doch irgendwie fehlt dabei der „springende Punkt“, das „Aha!-Erlebnis“ oder einfach nur ein wenig richtige Handlung.
Das ist sehr schade weil Amiee Carters Idee unheimlich viel Potential hat und genug Stoff für fesselnde Geschichten liefert. Es wirkt aber alles wenig durchdacht und übereilt aufs Papier gebracht. So bleibt der angenehme Lesefluss beinahe das einzige Positive an „The Goddess Test“ und lässt einen das Buch mit leichten Bauchschmerzen beenden.
Da es bereits eine Fortsetzung („Goddess interrupted“) und Kurzgeschichten zur Reihe gibt, bleibt zu hoffen, dass sich die Goddess Chronicles noch zu steigern wissen. Gönnen würde ich es den Büchern auf jeden Fall, hoffen tue ich auch aber glauben mag ich es nicht so recht.
In Sternen: ![]()
![]()
![]()
![]()
![]()









Mir ging es genauso! Am Anfang dachte ich noch, das könnte was wären. Kate war ganz nett und das mit ihrer Mutter tat mir leid, aber danach war es nur noch blaaaaaa. Ich hab genau wie du aufregende Tests erwartet (was mit Action!), aber was dann am Ende die Tests waren, war ja echt ein totaler Witz.
Die Fortsetzung wirst du wohl auch nicht mehr lesen oder?
Hach, die Sache mit dem Kindle… eine echte Zwickmühle für mich. Einerseits liebe ich “echte” Bücher und finde so einen Reader ziemlich unpersönlich, aber andererseits müsste man sich dann über solche Fehlkäufe wie den “Goddess Test” nicht lang aufregen. Zumindest weiß ich ja nun schonmal, welches E-Book ich mir NICHT zulegen sollte.
@MissBookiverse: Doch, die Fortsetzung habe ich mir gerade gestern erst gekauft ^^ Aber Hoffnung habe ich wirklich keine mehr, dass es noch großartig besser wird. Nur fürs zwischendurch mal lesen ist das Buch ja gar nicht schlecht und wenn ich wieder viel für die Uni tun muss, kann eine flache Geschichte auch von Vorteil sein
@Streifenzebra: Es muss ja nicht das eine oder das andere sein
Ich benutze meinen Kindle auch nicht ständig, sondern nur, wenn sich etwas ergibt. Gerade, weil viele englische ebooks so günstig sind, traue ich mich da auch mal nach etwas Unbekanntem zu greifen – da ärgere ich mich hinteher wenigstens nicht ums Geld
Das dachte ich mir früher auch immer, aber inzwischen habe ich entdeckt, dass es auch leichte, gute Bücher gibt. Da hat man dann weniger das Gefühl Zeit zu verschwenden und kann trotzdem gut abschalten ;D